Aufschwung dank alternativer Energiegewinnung

Der Film porträtiert die früher sehr arme österreichische Gemeinde Güssing. Güssing ist heute dank dem Rohstoff Holz und modernster Technologie fast unabhängig von ausländischen Energiequellen wie Atomstrom, Öl und Erdgas. Aus Holzschnitzel werden in Güssing Wärme, Biogas, Erdgas und Treibstoff hergestellt. Durch die stabilen Preise konnte neues Gewerbe angesiedelt werden. Die ganze Stadt erlebt einen grossen Aufschwung. Aus der innovativen Energienutzung ist sogar eine international beachtete Fachhochschule für Umwelt- und Energietechnologie entstanden.
Kreisläufe schliessen und Synergien nutzen, sind entscheidende Stichworte. Das Beispiel einer Parkettfirma zeigt dies deutlich: Sie bezieht Strom vom Holzschnitzelblockkraftwerk und trocknet ihre Ausgangsprodukte mit Restwärme (tiefes Temperaturniveau) des Kraftwerkes. Als Gegenleistung speist die Firma ihrerseits Holzabfälle ins Kraftwerk ein.
Die Weichenstellung für die Energieversorgung der nächsten 50 Jahre muss auf kommunaler Ebene initiiert werden
ist der Bürgermeister von Güssing überzeugt. Grössere politische Gremien arbeiten zu träge und gegen zu viel Widerstand der Strommarkt-Lobby. Ohne Strom hat der moderne Mensch keine Überlebensstrategien mehr. Der Konsum vervielfacht sich, statt abzunehmen- damit wird die Abhängigkeit von rohstoffreichen Ländern immer grösser. Gleichzeitig drängt die Zeit: Fossile Energie ist limitiert. Der Kohlendioxid- Ausstoss wird zunehmend problematischer. Österreich setzt aus diesen Gründen einerseits auf eine dezentrale Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen wie Solarenergie, Biomasse, Windenergie und Wärmepumpen. Anderseits wird durch kluge Bautechnik der Energiebedarf von vornherein minimiert. Fast schon futuristisch muten diese Gebäude an, die selbst als eigentliche Kraftwerke funktionieren. Bei diesen intelligenten Bauwerken werden z.B. Photovoltaikpaneele anstatt Storen eingesetzt, um die Fenster zu beschatten oder Fassaden, die Strom produzieren usw.
Impulse für die Stadt Uster - EVP setzt sich ein für eine grösstmögliche Energieautonomie
Aus der regen Diskussion unter den Anwesenden entwickelten sich neue Impulse für die Stadt Uster. Die EVP wird sich in Zukunft noch mehr dafür einsetzen, dass sich Uster für eine grösstmögliche Energieautonomie stark macht. Potenzial sieht die EVP einerseits in der Verwertung von Biomasse, wie sie beim Sammeln der Grünabfuhr anfällt - es wäre ökologisch und wirtschaftlich interessanter, wenn diese lokal verwertet würde. Vorschriften sollten Massnahmen zur ökologischen Energiegewinnung erlauben und fördern, z.B. Biogasanlagen auf Bauernhöfen oder das Errichten von Fotovoltaikanlagen. In der Region Tösstal könnte sicher ebenfalls das Holz besser genutzt, oder das Potenzial des Aabach – wie früher!- effizienter ausgeschöpft werden, beispielsweise mit dem Bau von Wasserwirbelkraftwerken. Weiter kann der Energieverbrauch durch sinnvolle Gebäudebau- und Renovationsstandards deutlich gesenkt werden. Alle diese Massnahmen bringen Arbeitsplätze in die Region.
Alle Teilnehmer des Abends waren sich einig, dass es nicht sinnvoll ist, an neue Atomkraftwerke zu denken, bevor die Entsorgungsfrage gelöst ist. Erst dann wird sich der tatsächliche Preis für Atomstrom zeigen! Ausserdem ist die Abhängigkeit zum Ausland zu minimieren. Der Abend machte Mut zur Kreativität und vermittelte die Botschaft, dass aus kleinen, zuerst belächelten Ideen, Grosses wachsen kann. So gründete und leitet heute ein ehemaliger Solaranlagebastler einer „Selbstbaugruppe“ ein heute führendes Unternehmen in solarer Wärme- und Kühltechnik.




