16.11.2010 | Lokalpolitik

Älter werden in Uster

Die Verwaltung der Stadt Uster fasst Ihre Leitlinien, die sie sich im Zusammenhang mit der älteren Bevölkerung macht, im Alterskonzept zusammen. Die EVP-Uster nahm dies zum Anlass, um das Thema 'Älter werden in Uster' im Rahmen ihrer Mitglieder, Freunden und Bekannten zu diskutieren.

Die Verwaltung der Stadt Uster fasst Ihre Leitlinien, die sie sich im Zusammenhang mit der älteren Bevölkerung macht, im Alterskonzept zusammen. Das zurzeit im Gebrauch befindliche Alterskonzept 2002, basiert auf Gedanken und Ideen aus den Jahren 1999/2000. Die Verwaltung steht vermehrt geänderten Ansprüchen gegenüber, die eine Überarbeitung des Alterskonzepts nötig machen: Die Babyboomers stehen vor der Türe.

Die EVP-Uster nahm dies zum Anlass, um das Thema 'Älter werden in Uster' am 16.11.2010 im Restaurant Steiböckli im Rahmen ihrer Mitglieder, Freunden und Bekannten zu diskutieren.

 

Der Wunsch, solange wie möglich in seiner gewohnten Umgebung bleiben zu können, war eines der wichtigen Themen, die zur Sprache kamen. Dieser Wunsch ist im Alterskonzept bereits als Ziel vorhanden und geht gemäss Statistik für 85% der Ustemer in Erfüllung.

Die Eigenverantwortung war ein weiteres wichtiges Thema, das zur Sprache kam. Im fortgeschrittenen Alter kann dem geforderten Tempo im Alltag oft nicht mehr entsprochen werden, so dass z.B. das Überqueren der Bankstrasse als unmöglich eingeschätzt wird und die Absicht, in den Linienbus zu steigen, Angst aufkommen lässt. Ein älterer Diskussionsteilnehmer hielt seine Erfahrungen entgegen, wonach man mit dem Ausdrücken seiner Bedürfnisse durchaus rücksichtsvolle Reaktionen erhält. Dass man seine Bedürfnisse mitteilt, liegt in der eigenen Verantwortung.

 

Häufig kommt es vor, dass ein Ehepartner den anderen solange wie möglich pflegen möchte, stösst aber an seine eigenen Grenzen und überschreitet diese auch. In diesem Fall leistet der pflegende Ehepartner enorm viel, das Anerkennung und Unterstützung verdient.

Die öffentliche Anerkennung der Freiwilligenarbeit hat in der letzten Zeit erfreulicherweise zugenommen, doch ist der obige Fall noch nicht als solcher in der Öffentlichkeit erkennbar. Die Unterstützungsmöglichkeiten wurden nicht weiter diskutiert, doch sind mir aus meiner eigenen Erfahrungen einige bekannt, so z.B. die Tageskliniken.

 

Bei der Diskussion um die Wohnformen, die man im Alter bevorzugen würde, kam zum Vorschein, dass das Wohnen im Altersheim nicht zur bevorzugten Wohnform zählt. Als Alternativen wurden die Einliegerwohnung in einem Einfamilienhaus und die Wohngemeinschaft genannt. Mit der Einliegerwohnung wird die Idee des Stöckli's aufgegriffen, das auf dem Bauernhof den Eltern im fortgeschrittenen Alter zur Verfügung stand.

Die Wohngemeinschaft knüpft an der Jugendzeit der Babyboomers an, in der diese Wohnform mit Gleichaltrigen verbreitet Anklang fand. Es wäre demnach nicht verwunderlich, wenn diese Wohnform im Alter wieder an Bedeutung gewinnen würde.

 

Die demographische Entwicklung gab ebenfalls zu reden. Erwartungsgemäss wird der Anteil der älteren Bevölkerung zunehmen und dadurch werden deren Bedürfnisse mehr Gewicht bekommen. Als Beispiel dazu wurde die swisscom erwähnt, die Anfragen von älteren Personen bewusst an Mitarbeiter ähnlichen Alters zur Beantwortung übergibt.

 

Positiv festgehalten wurde, dass die Übergangszone vom Trottoir auf die Strasse und umgekehrt vermehrt als Rampe ausgeführt wird. Dies mag von vielen als Detail gewertet werden, doch für eine ältere Person, die mit dem Rollator unterwegs ist, ist eine wesentliche Hilfe.

 

Im Sinne des letzten Punktes können die Diskussionen des Abends wie folgt zusammengefasst werden: Änderungen beginnen mit der Einnahme einer anderen Sichtweise. Die Kunst ist es,  die kleinen Änderungen zu finden, die einen grossen Effekt haben.